Immobilienmakler ohne Auto: So organisiere ich Termine in Hannover mit dem E-Bike

Ende Mai 2025 hat ein LKW mitten in der Stadt entschieden, rückwärtszufahren – und meinen gerade einmal sechs Wochen alten Neuwagen übersehen. Ergebnis: Totalschaden. Zum Glück niemand verletzt. Das Fahrzeug, das ich eigentlich möchte, wird erst im Frühjahr rund um Ostern 2026 geliefert. Damit war ich seit Ende Mai 2025 autofrei.

Ich bin Jean René Kaste, Immobilienmakler in Isernhagen-Süd und tätig mit Kaste Immobilien in Hannover und Region. Mein Alltag besteht aus Besichtigungen, Wertermittlungen, Terminen mit Eigentümern und Interessenten – und regelmäßig auch aus Beurkundungen mitten in Hannover. Die Kernfrage war daher nicht romantisch, sondern operativ:

Schaffe ich einen Herbst und Winter ohne Auto – oder knicke ich ein und nehme irgendein Fahrzeug, das mir nicht gefällt?

Stand heute: Es funktioniert. Überraschend gut sogar. Nicht, weil ich „verzichte“, sondern weil ich konsequent ein System nutze.

Autofrei bedeutet nicht „ohne Lösung“, sondern „mit Mobilitätsmix“


Autofrei sein klingt für viele nach Einschränkung. Im Makleralltag ist die entscheidende Frage aber eine andere: Wie halte ich Termine planbar und zuverlässig?

Mein Mobilitätsmix ist pragmatisch:
E-Bike, wenn Strecke und Zeitfenster planbar sind
Zug, für längere Achsen, wenn es zuverlässig passt
Mietwagen, wenn Distanz, harte Zeitfenster oder mehrere Stopps es erfordern

ÖPNV nutze ich selten – nicht aus Prinzip, sondern weil ich in Hannover mit dem E-Bike häufig schneller und flexibler bin. Und als dann das Schneechaos kam, hätte ich gern auf die S-Bahn gewechselt – nur: Sie fiel aus. Das war ein guter Realitätscheck. Eine „Alternative“ ist nur dann eine Alternative, wenn sie auch funktioniert.



Die 15-km-Regel: meine klare Grenze für E-Bike-Termine


Ich habe mir eine einfache, aber wirksame Regel gesetzt: ca. 15 km pro Strecke.
Alles darüber wird im Alltag mit Rückweg, Terminen hintereinander und Akku-Reserve schnell unkomfortabel.

Diese Grenze sorgt dafür, dass aus „optimistisch“ nie „unzuverlässig“ wird.

Gerade im Umfeld Isernhagen-Süd, Bothfeld und häufig auch Kirchrode ist das E-Bike ideal. Beurkundungen und Termine in der City lassen sich damit oft planbarer erledigen als mit dem Auto (Parkplatzsuche ist in Hannover kein Wettbewerb, den man gewinnen möchte).


Wetter ist kein Hindernis – aber eine Planungsaufgabe


Die typische Frage lautet: „Und was ist bei Regen und Kälte?“
Die Antwort: Schlechtes Wetter ist selten das Problem. Ungeplantes Wetter ist es.

Ich plane deshalb banal, aber konsequent:
• Welche Kleidung trage ich auf dem Bike, und wie komme ich beim Kunden an?
 • Kann ich vor Ort die Regenjacke ausziehen – und wohin damit?
 • Nehme ich einen Rucksack mit, um Mütze, Handschuhe und Zubehör zu verstauen?
Das Überraschende: Ich bin bisher erst zweimal wirklich im Regen gefahren. Viele Tage wirken im Kopf dramatischer, als sie im Alltag sind – wenn die Vorbereitung stimmt.


Szene 1: Kirchrode am Vormittag – und die Eilenriede wird zur „schnellen Achse“


Ein typischer Tag: Vormittag ein Termin in Kirchrode, danach weiter Richtung Innenstadt. Früher wäre das automatisch „Auto“. Heute ist es häufig „E-Bike“.
Die Eilenriede ist dabei ein stiller Vorteil:
• im Sommer schattig und angenehm
 • bei Wind spürbar geschützter
 • und vor allem: viele Wege führen ohne großen Autokontakt in Richtung City

Das klingt nach Detail, verändert aber den Tagesablauf. Auf dem Rad bist du nicht im Modus „Stau–Ampel–Parkplatz“. Du bist unterwegs – klarer Kopf, klare Strecke. Gerade an vollen Tagen wirkt das überraschend beruhigend.


Der wichtigste Hebel: Digitalisierung statt Papier (und damit: weniger Reibung)


Der E-Bike-Alltag funktioniert für mich auch deshalb, weil Kaste Immobilien konsequent digital arbeitet. Ich muss zu Besichtigungen keine Exposés drucken oder Mappen transportieren.

Bei uns ist vieles so organisiert:
• Interessenten erhalten Unterlagen vorab per E-Mail
• Objektunterlagen liegen in einem digitalen Dokumentenordner
• Kommunikation und Nachbereitung laufen digital
• vor Ort reichen meist iPhone + Schlüssel (bei Bedarf ergänzt durch ein kleines Kamerasystem)

Das Ergebnis: weniger Gepäck, weniger Improvisation, weniger Zeitverlust.


Vorqualifizierung: Weniger unnötige Besichtigungen – mehr Qualität im Termin


Der größte Zeitfresser im Maklergeschäft sind nicht die Besichtigungen, die zu Abschlüssen führen. Es sind die, die nie hätten stattfinden müssen.

Deshalb setzen wir auf Vorqualifizierung:

Video-Roomtour oder virtuelle 360°-Tour vorab
• ein umfangreiches Exposé mit ausreichendem Material
• klare Informationen, was das Objekt kann – und was nicht

So erscheinen meist nur Interessenten, die nach Sichtung der Unterlagen wirklich weiter sind. Das spart nicht nur Wege (und Radkilometer), sondern auch Zeit und Nerven für Eigentümer und Käufer. Vor Ort sprechen wir schneller über die entscheidenden Punkte: Zustand, Potenziale, Kaufprozess, Finanzierung, Timing.


Szene 2: Bothfeld – Einzeltermine, aber gebündelt


Viele Termine liegen im direkten Umfeld von Isernhagen-Süd und Bothfeld. In der Praxis heißt das: Einzeltermine, aber mehrere direkt hintereinander. So wird aus „viel unterwegs“ kein ineffizientes Hin-und-Her.

Wichtig: Die eigentliche Arbeit passiert oft vor und nach dem Termin.
Hier spielt das Team eine große Rolle: Vorbereitung der Unterlagen, Abstimmungen, Terminbestätigungen, Nachfass. Damit ist der Termin selbst kein hektischer „Rundgang“, sondern ein strukturierter Schritt im Prozess.


Wenn es weit wird: Hamburg oder Ostsee? Dann Mietwagen – und Planung


Es gibt klare Grenzen. Für Termine wie Beurkundungen in Hamburg oder Besichtigungen an der Ostsee nutze ich konsequent einen Mietwagen. Nicht, weil das E-Bike „nicht reicht“, sondern weil der professionelle Anspruch dort ein anderer ist: harte Zeitfenster, weite Strecken, oft mehrere Stopps.


Was viele unterschätzen: Mietwagen ist ebenfalls Logistik:
• Öffnungszeiten der Station
 • ggf. Abholung am Vortag
 • Umstieg: Wie komme ich zur Station – und wo bleibt das E-Bike?

Autofrei funktioniert nicht durch Heldentum. Es funktioniert durch Planbarkeit.


Ein unterschätzter Profi-Move: E-Bike mieten statt besitzen


Weil nach dem Unfall schnell eine Lösung her musste, habe ich ein E-Bike gemietet. Das ist im Alltag ein echter Vorteil:

• Service inklusive
 • bei Problemen kann das Bike in der Stadt getauscht werden
 • im Zweifel wird es abgeholt
Im Makleralltag zählt nicht Technikbegeisterung, sondern Betriebssicherheit.


Szene 3: Beurkundung mitten in Hannover – Termine ohne Ausreden


Beurkundungen sind Termine, bei denen „wird schon irgendwie“ nicht existiert. Und in Hannover kommt oft noch die Parkplatzfrage dazu.

Hier zeigt sich ein praktischer Vorteil des E-Bikes: Der Weg ist oft planbarer als mit dem Auto. Kein Suchen, kein Risiko „falsche Parkzone“, weniger Zufall. Das ist nicht ideologisch – das ist einfach eine zuverlässige Routine.


Was Kunden davon haben: Zuverlässigkeit, Vorbereitung und weniger Leerlauf


Ob E-Bike, Bahn oder Mietwagen: Am Ende zählt, was beim Kunden ankommt. Der Nutzen liegt auf der Hand:

besser vorbereitete Termine, weil Unterlagen vorab vorliegen
weniger Besichtigungen ohne Substanz, weil vorqualifiziert wird
höhere Verbindlichkeit, weil Routen und Backup klar sind
effiziente Terminbündelung, statt dreimal am Tag in dieselbe Richtung

Nebenbei entsteht oft ein angenehmer Smalltalk-Einstieg (E-Bike ist ein gutes Thema) – aber die Sache bleibt professionell: Es geht um Entscheidungssicherheit im Prozess.


Kleine Belohnungen helfen mehr, als man denkt


Und ja: Es gibt auch die menschliche Seite. Ein Espresso in der Stadt zwischen Terminen oder ein Stück Kuchen zuhause nach einem vollen Tag sind kleine Rituale, die Energie zurückbringen. Nicht als Show – sondern als pragmatischer Abschluss eines strukturierten Tages.

Fazit: Nicht das Verkehrsmittel macht professionell – das System macht professionell


Autofrei zu sein ist nicht das Ziel. Das Ziel ist, Termine sauber zu organisieren – in Isernhagen-Süd, Bothfeld, Kirchrode und mitten in Hannover, inklusive Beurkundungen und kurzfristiger Einschätzungen.

Was diese Monate gezeigt haben:
Wenn Digitalisierung, Vorqualifizierung und Terminlogik stimmen, dann ist ein Auto oft nicht die Voraussetzung für Professionalität – manchmal ist es vor allem Gewohnheit.

Bis das neue Fahrzeug im Frühjahr geliefert wird, bleibt es bei meinem Mix:

E-Bike, wenn es sinnvoll ist. Mietwagen, wenn es nötig ist. Und Planung, immer.
Jean René Kaste
Kaste Immobilien – Hannover & Region


FAQ: Autofrei als Immobilienmakler in Hannover

Kann man Besichtigungen in Hannover zuverlässig ohne Auto organisieren?

Ja – wenn Strecken realistisch geplant sind und Prozesse digital funktionieren. Besonders in der Stadt sind E-Bike-Wege oft planbarer als Autofahrten mit Parkplatzsuche.

Welche Strecken eignen sich gut fürs E-Bike?

In meinem Alltag funktionieren ca. 15 km pro Strecke sehr gut, z. B. Isernhagen-Süd, Bothfeld, Kirchrode und viele Termine Richtung Innenstadt. Rückfahrt nicht vergessen einzuplanen.

Was passiert bei schlechtem Wetter?

Mit passender Kleidung ist vieles möglich. Entscheidend ist Planung: Umziehen/Verstauen, Reservezeit und realistische Strecken.

Warum sind digitale Unterlagen so wichtig?

Weil dadurch Besichtigungen effizienter werden: Interessenten sind vorab informiert, Unterlagen sind verfügbar, und vor Ort reicht meist das Smartphone.

Wann ist ein Mietwagen die bessere Lösung?

Bei weiten Strecken, mehreren Stopps oder harten Zeitfenstern – z. B. Beurkundungen in Hamburg oder Termine an der Ostsee.