Wohnraum knapp, Käufer unter Druck: Wie sich der Immobilienmarkt in Hannover und im Umland verändert


Kurz-Info: Das Wichtigste auf einen Blick


Der Immobilienmarkt in Hannover und der Region steht vor einem ungewöhnlichen Spannungsfeld:

  • In Hannover und der Region wird deutlich weniger neuer Wohnraum geschaffen als noch vor wenigen Jahren.
  • Gleichzeitig bleibt der Wohnraumbedarf hoch.
  • Die Landeshauptstadt Hannover soll nach aktueller Prognose bis 2035 weiter wachsen, während sich einzelne Umlandgemeinden sehr unterschiedlich entwickeln.
  • Die Bevölkerung wird älter. Dadurch könnten in den kommenden Jahren mehr Einfamilienhäuser und größere Wohnungen durch Verkleinerung, Verkauf oder Erbschaft auf den Markt kommen.
  • Gleichzeitig begrenzen hohe Kaufpreise, Finanzierungskosten, Eigenkapitalanforderungen und Modernisierungskosten die Zahl der Haushalte, die Immobilien tatsächlich kaufen können.
  • Wohnraummangel bedeutet deshalb nicht automatisch, dass jede Immobilie dauerhaft im Preis steigt oder problemlos verkäuflich bleibt.

Für Eigentümer wird es zunehmend wichtiger, nicht nur auf allgemeine Aussagen zum Immobilienmarkt zu schauen, sondern die konkrete Nachfrage nach ihrer Immobilie, ihrem Stadtteil und ihrer Käuferzielgruppe zu betrachten.

Genau deshalb dürfte es künftig noch weniger sinnvoll sein, von „dem Immobilienmarkt Hannover“ zu sprechen.


Wohnraummangel und fehlende Käufer – wie passt das zusammen?


Über den deutschen Immobilienmarkt werden momentan zwei Aussagen häufig gleichzeitig getroffen:

Es gibt zu wenig Wohnraum.

Und:

Immer weniger Menschen können sich Wohneigentum leisten.

Auf den ersten Blick scheint das ein Widerspruch zu sein. Tatsächlich können beide Entwicklungen gleichzeitig auftreten.

Denn zwischen Wohnraumbedarf und zahlungsfähiger Nachfrage besteht ein entscheidender Unterschied.

Eine Familie kann dringend ein Haus in Hannover oder der Region suchen. Wenn Kaufpreis, Kaufnebenkosten, Finanzierung und notwendige Modernisierungen zusammen aber das eigene Budget übersteigen, entsteht daraus noch kein Käufer für die angebotene Immobilie.

Das ist ein Punkt, der aus unserer Sicht für Eigentümer in den kommenden Jahren wesentlich wichtiger werden dürfte.

In Hannover und der Region wird zu wenig gebaut


Die Angebotsseite bleibt angespannt.

Nach Angaben der Region Hannover wurden 2024 nur rund 2.600 neue Wohnungen fertiggestellt. Das waren etwa 55 Prozent weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig gingen die Baugenehmigungen um rund 26 Prozent zurück.

Die Region beschreibt die Situation entsprechend als einen Markt mit weiterhin hohem Wohnraumbedarf und wenig Neubau. Schwierige Finanzierungsbedingungen und ein hoher Eigenkapitalbedarf bremsen dabei sowohl Neubauprojekte als auch Immobilienkäufe.

Kurzfristig spricht deshalb wenig dafür, dass der bestehende Wohnraummangel allein durch ausreichend Neubau gelöst werden kann.

Das bedeutet jedoch noch nicht, dass deshalb jede vorhandene Immobilie automatisch stärker im Preis steigen muss.

Und genau hier beginnt die differenziertere Betrachtung.

Hannover wächst – das Umland entwickelt sich unterschiedlich


Nach der aktuellen gemeinsamen Bevölkerungsprognose von Landeshauptstadt und Region Hannover soll die Einwohnerzahl der Stadt Hannover bis 2035 um etwa 1,6 Prozent wachsen.

Das entspricht rund 8.800 zusätzlichen Einwohnern.
Für das Umland wird dagegen insgesamt ein leichter Bevölkerungsrückgang von etwa 0,5 Prozent erwartet.
Aber auch diese Zahl darf nicht falsch interpretiert werden.
Denn „das Umland“ gibt es genauso wenig wie „den Immobilienmarkt Hannover“.

Die Prognose zeigt erhebliche Unterschiede:
  • Langenhagen: etwa +1,2 %
  • Wedemark: etwa –0,9 %
  • Isernhagen: etwa –2,4 %
  • Sehnde: etwa –0,7 %
  • Landeshauptstadt Hannover: etwa +1,6 %

Selbst diese Zahlen erzählen allerdings noch nicht die gesamte Geschichte.

Bevölkerungsentwicklung ist nur einer von vielen Faktoren für einen Immobilienmarkt. Infrastruktur, Arbeitsplätze, Schulen, Verkehrsanbindung, Neubau, Grundstücksangebot und die Qualität einzelner Wohnlagen spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Für Eigentümer bedeutet das:
Eine allgemeine Prognose für die Region lässt sich nicht einfach auf die eigene Immobilie übertragen.

Warum wir immer weniger von „dem Immobilienmarkt Hannover“ sprechen können


Diese Unterschiede beobachten wir bei Kaste Immobilien aus einer besonderen Perspektive.

Als familiengeführtes Immobilienunternehmen in zweiter Generation begleiten wir den Immobilienmarkt in Hannover und der Region seit mehr als 60 Jahren. Dadurch haben wir nicht nur unterschiedliche Marktphasen erlebt, sondern auch gesehen, wie sich Wohnwünsche, Stadtteile, Finanzierungsmöglichkeiten und Käufergruppen über Jahrzehnte verändern.

Unser Standort am nördlichen Rand Hannovers liegt dabei gewissermaßen zwischen zwei Immobilienwelten.

Wir vermitteln Wohnungen und Häuser innerhalb Hannovers ebenso wie Immobilien im direkten und weiteren Umland.

Und genau dort zeigt sich, wie unterschiedlich Nachfrage bereits heute funktioniert.

List: urban und mit unterschiedlichen Käufergruppen


Eine Eigentumswohnung in der List spricht beispielsweise nicht ausschließlich Familien an.

Je nach Größe, Grundriss und Lage kommen Singles, Paare, Berufstätige, Kapitalanleger oder ältere Menschen infrage, die sich nach dem Verkauf eines Hauses verkleinern möchten.

Eine gut geschnittene Wohnung in einer gewachsenen urbanen Lage kann deshalb eine vergleichsweise breite Zielgruppe besitzen.

Das kann ihre Marktposition langfristig stabilisieren.

Allerdings gilt auch hier: Nicht jede Wohnung in der List ist automatisch gleich gut verkäuflich.

Etage, Aufzug, Energieeffizienz, Hausgeld, Zustand der Eigentümergemeinschaft, Balkon, Stellplatz und Kaufpreis können erhebliche Unterschiede verursachen.

Bothfeld: zwischen Stadtwohnung und Einfamilienhaus


Bothfeld ist ein gutes Beispiel für einen Markt zwischen klassischer Stadtlage und suburbanem Wohnen.

Hier finden sich Eigentumswohnungen ebenso wie Reihenhäuser, Doppelhaushälften und Einfamilienhäuser.

Für viele Käufer besteht der Reiz gerade darin, ein eher ruhiges Wohnumfeld mit der Infrastruktur und Erreichbarkeit Hannovers zu verbinden.

Aber schon zwischen einer 3-Zimmer-Wohnung und einem großen freistehenden Haus liegen völlig unterschiedliche Käufergruppen.

Die Aussage

„Bothfeld ist gefragt“

reicht deshalb für eine Immobilienbewertung nicht aus.

Die wichtigere Frage lautet:
Wie groß ist die Käufergruppe für genau diese Immobilie zu genau diesem Preis?
Hier geht es zum Artikel: Hausverkauf in Hannover-Bothfeld erfolgreich beurkundet


Kirchrode: eine gute Lage hebt die Finanzierungsgrenze nicht auf


Auch etablierte Wohnlagen wie Kirchrode sind vor den Veränderungen des Immobilienmarktes nicht vollständig geschützt.

Eine gute Lage bleibt ein wesentlicher Wertfaktor.

Bei größeren Häusern können Kaufpreis, Erwerbsnebenkosten und Modernisierungsbedarf allerdings schnell eine Gesamtinvestition ergeben, die selbst für einkommensstarke Haushalte erheblich ist.

Deshalb dürfte künftig stärker unterschieden werden zwischen:

„Ich würde dort gerne wohnen.“

und

„Ich kann diese Immobilie tatsächlich kaufen und finanzieren.“

Diese Differenz ist für Verkäufer entscheidend.

Isernhagen: Was passiert mit den großen Familienhäusern?


Besonders interessant ist die Entwicklung in Gemeinden wie Isernhagen.

Viele Einfamilienhäuser wurden vor Jahrzehnten von Familien gebaut oder gekauft. Die Kinder sind inzwischen ausgezogen, während die Eltern weiterhin in der Immobilie leben.

Aus einem Haus für vier oder fünf Personen wird dadurch ein Haushalt mit nur noch ein oder zwei Bewohnern.

Mit zunehmendem Alter stellt sich für viele Eigentümer irgendwann die Frage:

Bleiben wir im Haus oder verkleinern wir uns?

Genau dieser Effekt könnte den Markt für Einfamilienhäuser in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren verändern.

Die aktuelle Bevölkerungsprognose zeigt deutlich, wie stark die Altersgruppe über 65 Jahren wächst.

In der Landeshauptstadt Hannover steigt ihre Zahl bis 2035 nach der Prognose um rund 13,8 Prozent, im Umland um etwa 12,5 Prozent.

Damit dürfte auch der Generationswechsel im Immobilienbestand an Bedeutung gewinnen.


Der demografische Wandel bedeutet nicht automatisch fallende Preise


Hier wäre allerdings eine vorschnelle Schlussfolgerung gefährlich.

Mehr ältere Eigentümer bedeuten nicht automatisch:

mehr Immobilienangebote = fallende Immobilienpreise.

Dazwischen liegen mehrere Unsicherheiten.

Viele Eigentümer möchten ihr Haus überhaupt nicht verlassen.

Andere würden sich durchaus verkleinern, finden aber keine geeignete Alternative.

Wieder andere übertragen Immobilien innerhalb der Familie.

Und selbst wenn Häuser auf den Markt kommen, entscheidet die weiterhin vorhandene Nachfrage darüber, wie sich Preise entwickeln.

Eine seriöse Aussage kann deshalb heute nur lauten:

Der demografische Wandel dürfte das Angebot bestimmter Immobilientypen verändern. Wie stark dies einzelne Preise beeinflusst, hängt vom jeweiligen Teilmarkt ab.

Warum ältere Eigentümer häufig im großen Haus bleiben


Ein wichtiger Aspekt wird in der Diskussion um den demografischen Wandel häufig unterschätzt.

Wer ein abbezahltes Haus besitzt, wohnt nicht automatisch günstiger, wenn er in eine kleinere Wohnung zieht.

Eine moderne, barrierearme Eigentumswohnung mit Aufzug, Balkon oder Terrasse in guter Lage kann einen erheblichen Kaufpreis haben.

Auch eine entsprechende Mietwohnung kann monatlich hohe Kosten verursachen.

Hinzu kommen persönliche Gründe:
  • die vertraute Nachbarschaft,
  • Freunde und soziale Kontakte,
  • Ärzte,
  • Einkaufsmöglichkeiten,
  • der eigene Garten,
  • emotionale Erinnerungen an das Haus.

Damit entsteht ein paradoxer Effekt:
Eigentlich wäre viel Wohnfläche vorhanden – sie wird aber nicht frei.

Ein älteres Ehepaar oder eine alleinstehende Person lebt weiterhin auf 150 oder 200 Quadratmetern, während eine junge Familie genau eine solche Immobilie sucht.

Wohnraumpolitisch wird deshalb nicht nur entscheidend sein, wie viel gebaut wird, sondern auch, welcher Wohnraum entsteht.


Langenhagen zeigt, warum „Umland“ zu pauschal ist


Langenhagen ist ein gutes Gegenbeispiel zu der These, dass das gesamte Umland zwangsläufig Einwohner verlieren müsse.

Die aktuelle Prognose erwartet für Langenhagen bis 2035 ein Wachstum von rund 1,2 Prozent.

Das zeigt, welchen Einfluss die enge Verbindung mit Hannover haben kann.

Infrastruktur, Arbeitsplätze, öffentlicher Nahverkehr und die schnelle Erreichbarkeit der Landeshauptstadt können Gemeinden unmittelbar außerhalb der Stadtgrenze attraktiv halten.

Für Käufer verschwimmt deshalb teilweise die klassische Grenze zwischen Hannover und Umland.

Entscheidender kann sein:

Wie gut lässt sich der Alltag von diesem Standort aus organisieren?

Wedemark: viel Wohnqualität – aber eine kleinere Käufergruppe?


Die Wedemark steht wiederum für einen anderen Immobilienmarkt.

Großzügige Grundstücke, freistehende Häuser und ein grüneres Wohnumfeld können für Familien ausgesprochen attraktiv sein.

Doch mit zunehmender Entfernung von Hannover kommen weitere Faktoren in die Kaufentscheidung:
  • Pendelzeiten,
  • ÖPNV-Anbindung,
  • notwendige Zahl der Autos im Haushalt,
  • Infrastruktur,
  • Schulen und Kinderbetreuung,
  • Energieverbrauch größerer Häuser,
  • laufende Unterhaltungskosten.

Damit kann eine Immobilie einen hohen Wohnwert besitzen und trotzdem nur eine begrenzte Käuferzielgruppe ansprechen.

Das wird besonders dann relevant, wenn ein Eigentümer seinen Verkaufspreis ausschließlich von Preisen ableitet, die in einer anderen Marktphase oder einer anderen Lage erzielt wurden.

Sehnde und Höver: Wie weit reicht die Nachfrage aus Hannover?


Auch Sehnde beziehungsweise Höver zeigt, warum die regionale Betrachtung wichtig ist.

Wir vermitteln aktuell selbst ein Haus in Sehnde-Höver.
Gerade bei einer solchen Immobilie beobachten wir unmittelbar, dass sie nicht einfach mit einem Haus in Bothfeld, Kirchrode oder Isernhagen gleichgesetzt werden kann.

Das ist keine Aussage über „besser“ oder „schlechter“.

Es sind schlicht unterschiedliche Märkte.

Ein Käufer kann beispielsweise abwägen:
- mehr Wohnfläche gegen größere Entfernung,
- mehr Grundstück gegen zusätzlichen Mobilitätsaufwand,
- einen niedrigeren Kaufpreis gegen einen längeren Arbeitsweg.

Damit kann ein Haus in Höver für eine Käuferfamilie erheblich attraktiver sein als ein kleineres Haus innerhalb Hannovers.

Für eine andere Familie kommt der Standort hingegen gar nicht infrage.

Genau deshalb gehört zur Immobilienbewertung aus unserer Sicht nicht nur die Frage:
Was ist das Haus wert?

Sondern ebenso:
Wer ist der wahrscheinlichste Käufer – und welches Budget besitzt diese Käufergruppe?

Die größte Herausforderung: Wohnraum kann knapp und trotzdem schwer verkäuflich sein


Das klingt zunächst widersprüchlich.

Tatsächlich dürfte genau dieser Effekt für Teile des Immobilienmarktes künftig wichtiger werden.

Nehmen wir ein bewusst vereinfachtes Beispiel.

Eine Familie sucht ein Einfamilienhaus in Hannover oder im Umland.

Ein geeignetes Haus wird für 650.000 Euro angeboten.

Zusätzlich entstehen Kaufnebenkosten.

Dazu kommen vielleicht:
  • eine neue Heizung,
  • Fenster,
  • Dacharbeiten,
  • energetische Modernisierung,
  • Bäder oder Elektrik.

Damit kann aus einem Kaufpreis von 650.000 Euro schnell eine wesentlich höhere Gesamtinvestition werden.

Kann die betreffende Zielgruppe jedoch nur 550.000 oder 600.000 Euro finanzieren, hilft der allgemeine Wohnraummangel dem Verkäufer wenig.

Es gibt zwar einen Bedarf nach Häusern.

Aber möglicherweise nicht genügend zahlungsfähige Nachfrage nach diesem Haus zu diesem Preis.

Das ist ein wesentlicher Unterschied.

Energieeffizienz wird Teil der Kaufpreisbetrachtung


Gerade bei älteren Einfamilienhäusern hat sich die Sichtweise vieler Käufer verändert.

Früher wurde ein Renovierungsbedarf teilweise als überschaubares späteres Projekt betrachtet.

Heute werden mögliche Investitionen häufig bereits bei der Kaufentscheidung mitgerechnet.

Dazu gehören beispielsweise:
  • Heizungsanlage,
  • Fenster,
  • Dach,
  • Dämmung,
  • Elektrik,
  • Photovoltaik,
  • Bäder und Leitungen.

Damit verliert der reine Quadratmeterpreis zunehmend an Aussagekraft.

Ein günstigeres älteres Haus kann unter Berücksichtigung der notwendigen Investitionen wirtschaftlich teurer sein als ein höher bepreistes, bereits modernisiertes Objekt.

Für Eigentümer ist diese Betrachtung unangenehm, aber wichtig.

Der Käufer bewertet nicht nur das, was vorhanden ist. Er kalkuliert zunehmend auch das, was nach dem Kauf noch investiert werden muss.

Was bedeutet das für Eigentümer in Hannover und der Region?


Die wahrscheinlich wichtigste Konsequenz lautet:

Die Bewertung einer Immobilie wird individueller.


Pauschalaussagen wie

„Immobilien in Hannover steigen immer“

oder

„wegen des demografischen Wandels fallen die Preise“

halten einer genaueren Betrachtung nicht stand.

Für einen Eigentümer sind andere Fragen wichtiger:

1. Wie entwickelt sich mein konkreter Standort?

Nicht Deutschland oder Niedersachsen entscheidet über den Verkauf, sondern zunächst der lokale Teilmarkt.

2. Welcher Käufertyp kommt für meine Immobilie infrage?

Eine 90-m²-Wohnung benötigt eine andere Vermarktung als ein Einfamilienhaus mit 200 m² Wohnfläche.

3. Was kann diese Zielgruppe finanzieren?

Der Wunsch nach einer Immobilie allein schafft noch keine zahlungsfähige Nachfrage.

4. Wie hoch ist der Modernisierungsbedarf?

Käufer betrachten heute stärker die Gesamtinvestition.

5. Welche Alternativen hat ein Käufer?

Ein Haus in Isernhagen konkurriert nicht nur mit anderen Häusern in Isernhagen.
Käufer vergleichen möglicherweise auch Bothfeld, Langenhagen, Burgwedel, Wedemark oder andere Standorte.

6. Wie muss die Immobilie positioniert werden?

Je kleiner die Käufergruppe wird, desto wichtiger wird es, genau diese Interessenten zu erreichen.

Mehr als 60 Jahre Immobilienmarkt: Warum langfristige Erfahrung gerade jetzt wichtig ist


Immobilienmärkte verlaufen in Zyklen.

Das ist leicht zu vergessen, wenn man nur die vergangenen zehn oder fünfzehn Jahre betrachtet.
Kaste Immobilien begleitet Eigentümer, Käufer und Familien in Hannover und der Region seit mehr als 60 Jahren und wird heute in zweiter Generation als Familienunternehmen geführt.

In dieser Zeit gab es sehr unterschiedliche Marktphasen:

Zeiten steigender und stagnierender Preise, veränderte Zinsen, neue Wohngebiete, veränderte Käuferwünsche und völlig unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten.

Deshalb halten wir wenig von pauschalen Prognosen.

Eine Erfahrung hat sich über Jahrzehnte immer wieder bestätigt:

Nicht „der Immobilienmarkt“ verkauft eine Immobilie. Entscheidend ist, ob Lage, Objekt, Preis und Käuferzielgruppe zusammenpassen.

Diese Frage wird unseres Erachtens in den kommenden Jahren eher wichtiger als unwichtiger.

Was könnte in zehn oder zwanzig Jahren passieren?


Eine exakte Prognose wäre unseriös.

Mehrere Entwicklungen lassen sich aber bereits erkennen.

Auf der einen Seite stehen:
  • wenig Neubau,
  • weiteres Bevölkerungswachstum in Hannover,
  • weiterhin hoher Wohnraumbedarf,
  • kleinere Haushalte.

Auf der anderen Seite stehen:
  • eine alternde Bevölkerung,
  • ein möglicher Generationswechsel bei Einfamilienhäusern,
  • hohe Immobilienpreise,
  • begrenzte finanzielle Möglichkeiten vieler Haushalte,
  • höhere Anforderungen an Energieeffizienz und Zustand.

Daraus muss weder ein flächendeckender Preisboom noch ein allgemeiner Preisverfall entstehen.

Wahrscheinlicher erscheint eine stärkere Differenzierung.

Sehr gute Immobilien für eine ausreichend große Käufergruppe können knapp bleiben.

Andere Immobilien werden möglicherweise stärker um Käufer konkurrieren müssen.


Fazit: Für Eigentümer wird genaues Hinsehen wichtiger


Der Immobilienmarkt in Hannover und der Region befindet sich nicht vor einer einfachen Entwicklung.

Wohnraum bleibt knapp.

Hannover wächst.

Gleichzeitig altert die Bevölkerung, und Teile des Umlandes entwickeln sich anders als die Landeshauptstadt.

Dazu kommt eine finanzielle Grenze:

Nicht jeder, der eine Immobilie benötigt oder gerne kaufen würde, kann sie sich auch leisten.

Deshalb könnte die entscheidende Frage der kommenden Jahre weniger lauten:

Steigen oder fallen die Immobilienpreise?

Sondern vielmehr:
Welche Immobilie trifft an welchem Standort auf welche Käufer – und welchen Preis kann diese Käufergruppe tatsächlich bezahlen?

Für Eigentümer in List, Bothfeld oder Kirchrode können die Antworten völlig anders aussehen als für Immobilienbesitzer in Isernhagen, Langenhagen, Wedemark oder Sehnde.

Gerade darin liegt für uns die eigentliche Entwicklung des Marktes.

Wer wissen möchte, wie sich diese Faktoren auf die eigene Immobilie auswirken, sollte deshalb nicht nur allgemeine Preisindizes betrachten.

Eine belastbare Einschätzung beginnt immer beim konkreten Objekt und seinem lokalen Markt.

Als familiengeführtes Unternehmen begleitet Kaste Immobilien Eigentümer in Hannover und der Region seit mehr als 60 Jahren bei genau diesen Fragen.

Häufige Fragen zum Immobilienmarkt Hannover

Gibt es in Hannover weiterhin Wohnraummangel?

Die aktuellen Zahlen sprechen für einen weiterhin angespannten Wohnungsmarkt. In der Region Hannover wurden 2024 rund 2.600 Wohnungen fertiggestellt, etwa 55 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch die Zahl der Baugenehmigungen ging deutlich zurück. Glei

chzeitig bleibt der Wohnraumbedarf nach Angaben der Region hoch.

Wird Hannover weiter wachsen?

Nach der aktuellen Bevölkerungsprognose soll die Einwohnerzahl der Landeshauptstadt Hannover bis 2035 um rund 1,6 Prozent beziehungsweise etwa 8.800 Menschen steigen.

Entwickelt sich das Umland von Hannover genauso?

Nein. Für das Umland insgesamt wird bis 2035 ein leichter Bevölkerungsrückgang prognostiziert. Zwischen den einzelnen Gemeinden bestehen jedoch deutliche Unterschiede. Für Langenhagen wird beispielsweise Wachstum erwartet, während die Prognosen für Isernhagen, Wedemark und Sehnde leichte bis stärkere Rückgänge ausweisen.

Werden Immobilien in Hannover deshalb weiter teurer?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Wohnraummangel ist nur ein Einflussfaktor. Entscheidend sind unter anderem Lage, Zinsen, Einkommen und Eigenkapital der Käufer, Immobilientyp, Zustand, Energieeffizienz und vorhandenes Angebot.

Warum kann ein Haus trotz Wohnraummangel schwer verkäuflich sein?

Weil Wohnraumbedarf und zahlungsfähige Nachfrage nicht identisch sind. Überschreiten Kaufpreis, Kaufnebenkosten und Modernisierungsbedarf die finanziellen Möglichkeiten der potenziellen Käufer, kann eine Immobilie trotz grundsätzlich hoher Nachfrage längere Zeit am Markt bleiben.

Führt der demografische Wandel zu sinkenden Immobilienpreisen?

Nicht zwangsläufig. Durch das Älterwerden der Bevölkerung könnten mehr Bestandsimmobilien auf den Markt gelangen. Gleichzeitig wirken geringer Neubau, Migration, Haushaltsentwicklung und regionale Standortunterschiede auf die Nachfrage. Die Auswirkungen müssen deshalb für einzelne Märkte betrachtet werden.

Werden künftig mehr Einfamilienhäuser im Raum Hannover verkauft?

Das ist durchaus plausibel, aber nicht sicher vorherzusagen. Die Zahl der Menschen über 65 Jahre nimmt deutlich zu. Dadurch dürften Verkleinerungen, Eigentümerwechsel und Erbfälle langfristig an Bedeutung gewinnen. Wie viele Häuser tatsächlich auf den freien Markt gelangen, lässt sich daraus jedoch nicht unmittelbar ableiten.

Welche Immobilien könnten langfristig besonders gefragt bleiben?

Eine sichere Prognose gibt es nicht. Tendenziell sprechen eine gute Infrastruktur, Verkehrsanbindung, flexible Grundrisse, ein zeitgemäßer energetischer Zustand und ein für eine breite Käufergruppe erreichbarer Gesamtpreis für eine gute Marktposition.

Wie erfahre ich, was meine Immobilie in Hannover oder der Region heute wert ist?

Online-Rechner und allgemeine Quadratmeterpreise können eine erste Orientierung geben. Für eine belastbarere Einschätzung sollten jedoch Mikrolage, Grundstück, Gebäudezustand, Modernisierungen, Energieeffizienz und insbesondere die tatsächlich vorhandene Käufernachfrage berücksichtigt werden.


Quellen und weiterführende Informationen

Region Hannover – Immobilienmarkt 2025:
Wohnungsfertigstellungen, Baugenehmigungen, Finanzierungsbedingungen und aktuelle Einschätzung des Wohnimmobilienmarktes.

Landeshauptstadt Hannover und Region Hannover – Bevölkerungsprognose 2025 bis 2035:

Entwicklung von Hannover, dem Umland und den einzelnen Städten und Gemeinden.

Landeshauptstadt Hannover – Bevölkerungsprognose:
Entwicklung der Einwohnerzahlen und Altersstruktur bis 2035.

Region Hannover – Ergebnisse der Bevölkerungsprognose:
Detaildaten unter anderem für Isernhagen, Langenhagen, Wedemark und Sehnde sowie zur Entwicklung der Altersgruppen.

Kaste Immobilien:
Unternehmensgeschichte, Tätigkeit in Hannover und der Region sowie internationale Immobilienvermittlung.